WIR HANDELN - Starke Quakenbrücker SPD mit Tradition
 Schulz-Hype auch im Altkreis

14 neue SPD-Mitglieder

Die Quakenbrücker SPD freut sich über die neuen Mitglieder Tim Kramer und Pasqalina Isaakidoo (im Vordergrund). Die Parteibücher übergeben Lars Rennings, Jürgen Lindemann und Rudolf Czerch (hinten, von links)Foto: Katharina Preuth
Nach der Kanzlerkandidatur von Martin Schulz sind im Altkreis Bersenbrück 14 Neumitglieder der SPD beigetreten. Das seien 70 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres, sagt Dirk Koentopp, Regionalgeschäftsführer der Sozialdemokraten.

Zwei Quakenbrücker, von Martin Schulz inspiriert, haben ihr Parteibuch vom Ortsverein bekommen. Rot leuchtet es in den Händen von Pasqalina Isaakidoo und Tim Kramer. Die Quakenbrücker SPD freut sich über den Zuwachs, gerne überreichen sie das kleine Büchlein persönlich. „Das ist bei uns so üblich“, erzählt SPD-Mann Jürgen Lindemann, der für den abwesenden Ortsvorsitzenden Rainer Mock einspringt.

Das Artland verzeichnet insgesamt sechs neue Sozialdemokraten, die Samtgemeinden Fürstenau und Bersenbrück können je drei und fünf neue Gesichter in ihren Reihen begrüßen. In der Samtgemeinde Neuenkirchen ist dagegen vom Hype um Martin Schulz nichts zu spüren.

Es ist kein Zufall, dass in den vergangenen zwei Monaten, die Mitgliederzahlen im Altkreis Bersenbrück insgesamt angestiegen sind. Am 24. Januar 2016 stellte die SPD Martin Schulz als neuen Mann im Rennen um die Kanzlerschaft vor, und am Sonntag darauf hatte der ehemalige Europaparlamentspräsident seinen, für die SPD schon beinahe legendären Auftritt in der Talkshow von Anne Will. „Nach diesen beiden Terminen konnten wir stündlich beobachten wie die ausgefüllten Onlinebeitrittsformulare bei uns eintreffen“, weiß Dirk Koentopp von der Regionalgeschäftsstelle. Sie sind zuständig für Osnabrück-Stadt und -Land, das Emsland und die Grafschaft Bentheim.

Obwohl Martin Schulz die treibende Kraft hinter den Neumitgliedern zu sein scheint, sind doch ihre Motive für die SPD politisch aktiv zu werden, unterschiedlicher Natur. Der Quakenbrücker Tim Kramer ist junger Vater. Er sorgt sich vor allem um das Schulsystem. Als Mitglied im Schulelternrat in der Grundschule seiner Tochter bekomme er einen Einblick, wo das System Schule kranke, erzählt er. „Ich komme aus einer sozialdemokratischen Familie“, sagt Tim Kramer weiter. So habe er schon länger mit dem Gedanken gespielt, ein Teil der SPD-Familie zu werden. Martin Schulz habe dann nur den letzten Impuls für ihn selbst bedeutet. „Weil er nie Teil der Großen Koalition war, bietet Martin Schulz eine neue Chance für eine bessere Demokratie“, findet Tim Kramer. Er denkt, dass die Demokratie unter einer Koalition aus SPD und CDU leidet.

Den frischen Wind, den der Kanzlerkandidat in die Politik bringt, kann auch Pasqalina Isaakidoo spüren. Doch sei sie wegen des Programmes der Partei beigetreten und nicht wegen der Person Martin Schulz. Die Studentin dankt es ihrem Politikleistungskurs am Artland-Gymnasium Quakenbrück, dass sie sich in der Lokalpolitik engagieren möchte. „Der Unterricht war inspirierend für uns Schüler“, erinnert sie sich gerne zurück. Thematisch habe sie in ihren Überlegungen zwischen den Grünen und den Sozialdemokraten geschwankt. Integration und Einbindung der Quakenbrücker Neustadt seien Themen, die ihr am Herzen liegen.

In den vergangenen Jahren konnten die Neumitglieder, die Sterbefälle ausgleichen, sodass die Anzahl in etwa konstant geblieben sei, meint Dirk Koentopp. Der SPD folgen im Altkreis Bersenbrück aktuell 429 Anhänger, die im Schnitt 43 Jahre alt seien, so der Regionalgeschäftsführer. Der Schulz-Hype zöge vor allem Jüngere an. „Die Ortsvereine diskutieren wieder motivierter, die neuen Mitglieder bringen Schwung mit“, freut sich Dirk Koentopp.

Die Parteienlandschaft bestehe aus älteren Männern, bestätigt der Quakenbrücker Jürgen Lindemann. „Es gibt keine gesunde Mischung in den Räten und den Parteien“, ist seine Meinung. Umso erfreuter ist er über den aktuellen Zulauf. „Bei der nächsten Ortsversammlung werden die neuen Mitglieder offiziell begrüßt. Wir hoffen dann, dass sie aktiv dabei sein werden und vielleicht irgendwann für die Räte kandidieren“, sagt Jürgen Lindemann weiter.

[ Bersenbrücker Kreisblatt (Katharina Preuth), 25.03.2017 ]

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